„Wir freuen uns
sehr, dass wir die Goethe-Universität von den
Vorteilen unseres Standorts überzeugen konnten“,
sagt Infraserv-Geschäftsführer Dr. Roland Mohr.
„Innerhalb kurzer Zeit konnten wir eine
individuell auf den Bedarf des Großrechners
konzipierte Lösung ausarbeiten, die der
Universität ein Höchstmaß an Effizienz beim
Betrieb ihres Rechners gewährleistet.“ Mit dem
LOEWE-CSC beginnt nach Ansicht von Prof. Dr.
Volker Lindenstruth vom Lehrstuhl für
Hochleistungsrechnerarchitektur der
Goethe-Universität eine neue Ära des
Höchstleistungsrechnens – sowohl mit Blick auf
die Leistungs- als auch die Energieeffizienz:
„Die Infrastruktur des Industriepark Höchst
bietet optimale Rahmenbedingungen, um unser
Green-IT-Konzept erfolgreich umsetzen zu können.
Vor allem das effiziente Energieerzeugungskonzept
und das Know-how von Infraserv Höchst in Bezug
auf Hochleistungskühlsysteme waren für uns
ausschlaggebende Kriterien für die
Standortwahl.“
Kühlung benötigt
weniger als zehn Prozent der Nutzleistung
Zentraler
Ansatzpunkt für einen effizienten Rechnerbetrieb
sind die Energieaufwendungen. Sie machen einen
wesentlichen Teil der Betriebskosten aus. Mit der
von Infraserv Höchst entwickelten Lösung für die
Energieversorgung für den „LOEWE-CSC“ wird das
bereits in der Hardware umgesetzte
Green-IT-Konzept der Goethe-Universität
konsequent auch im Infrastrukturbereich
fortgesetzt.
Die Hardware des
Rechners arbeitet mit einer internen
Wasserkühlung, die eine sehr lokale und damit
effiziente Kühlung möglich macht. Sie wird über
ein externes Kühlwassersystem versorgt. Für die
Kühlwassererzeugung errichtet Infraserv Höchst in
unmittelbarer Nähe zur Rechner-Anlage einen
Kühlturm mit zwei voneinander unabhängigen
Kühlkreisläufen, um eine Verunreinigung der
Kühlkreisläufe im Rechner zu vermeiden. „Diese
Lösung kühlt nur dann aktiv, wenn die
Raumtemperatur einen kritischen Wert erreicht
hat“, erläutert Alois Strott, Leiter
Standortansiedlung bei Infraserv Höchst. „Bis
dahin läuft das Kühlungssystem passiv. Lediglich
die Umwälzpumpen, die nur wenig Strom benötigen,
sind dann in Betrieb.“ Eine höhere als die bisher
übliche Betriebstemperatur spart zusätzlich
Energie, denn jedes Grad Celsius, um das die
Temperatur in einem Rechenzentrum abgesenkt wird,
verursacht einen rund fünf Prozent höheren
Energieverbrauch bei der Kühlung. „Gespräche mit
Vertretern der Industrie haben ergeben, dass eine
Betriebstemperatur von durchschnittlich 30 Grad
Celsius von praktisch allen Herstellern
unterstützt wird“, sagt Prof. Dr. Lindenstruth.
Die Kühlung des
Rechners, der eine maximale Leistungsaufnahme von
knapp 500 Kilowatt hat, erfordert mit diesem
Konzept einen Energieaufwand von weniger als zehn
Prozent der Nutzleistung. Üblicherweise liegt
dieser Wert bei 40 bis 100 Prozent – entsprechend
groß ist im Industriepark Höchst das
Einsparvolumen bei den Betriebskosten.
Effizientes Energiekonzept fördert
Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit
Die
Betriebskosten können auch durch einen günstigen
Strompreis niedrig gehalten werden. „Die relativ
hohe Eigenerzeugungsquote und die Nutzung
unterschiedlicher Energieträger im Industriepark
Höchst reduzieren die Abhängigkeit von den
Entwicklungen der Energiemärkte und ermöglichen
Energiepreise, die im internationalen Vergleich
wettbewerbsfähig sind“, sagt Alois Strott. Auch
in puncto Nachhaltigkeit unterstützt das
Energiekonzept von Infraserv Höchst die „Green-IT“
der Goethe-Universität. Denn seit Jahren bezieht
der Industriepark-Betreiber in seinen breit
gefächerten Energiemix auch regenerative
Energieträger ein. Beispielsweise werden
organische Abfälle zusammen mit Klärschlämmen in
Biogas umgewandelt. Noch in diesem Jahr wird eine
Anlage zur Nutzung heizwertreicher Abfälle für
die Energieversorgung in Betrieb genommen. Und
auch die konsequente Nutzung der
Kraft-Wärme-Kopplung trägt dazu bei, dass fossile
Brennstoffe und CO2-Emissionen eingespart werden.
Vorhandene Infrastruktur schafft Kostenvorteile
Durch die im
Industriepark vorhandene Redundanz in der
Stromversorgung konnte die Goethe-Universität auf
ein zusätzliches Stromversorgungsnetz für ihren
Hochleistungsrechner verzichten. Auch an anderer
Stelle erweist sich die Infrastruktur des
Standorts für den Betrieb eines Rechenzentrums
von Vorteil: Angefangen von dem Know-how der
Experten für Facility Management von Infraserv
Höchst, die am Standort auch eigene Rechenzentren
betreiben, über die sicherheitsrelevanten
Einrichtungen des Standortes, der nicht
öffentlich zugänglich ist und höchsten
Sicherheits-Standards entspricht, bis hin zur
eigenen Werkfeuerwehr, die innerhalb weniger
Minuten vor Ort sein kann und eine separate
Löschanlage überflüssig macht. Für den Rechner
werden bereits vorhandene Räumlichkeiten genutzt,
die lediglich hinsichtlich der notwendigen Brand-
und Schallschutzmaßnahmen angepasst werden
mussten. Die Anbindung des Hochleistungsrechners
an den Netzwerkring der Goethe-Universität
erfolgt über eine Highspeed-Glasfaseranbindung
mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 10
Gigabit pro Sekunde und das interne Glasfasernetz
im Industriepark.
„Auf Basis
unserer hohen fachlichen Kompetenz und unserer
Erfahrung mit industrieller Infrastruktur konnten
wir für die Goethe-Universität nicht nur ein sehr
bedarfsorientiertes Konzept entwickeln und
umsetzen, sondern auch eines, das nur relativ
geringe Investitionen notwendig macht“, betont
Dr. Mohr. Und das in einer beachtlichen
Umsetzungsgeschwindigkeit von nur acht Monaten
vom ersten Kontakt bis zur Realisierung.
LOEWE-CSC: einer der schnellsten und
energieeffizientesten Rechner
„LOEWE“ steht für
„Landes-Offensive zur Entwicklung
wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz“ und ist
der Titel des im Jahr 2008 vom Land Hessen
aufgelegten Forschungsförderungsprogramms. In
diesem Jahr bewilligte die Forschungsgemeinschaft
einen Hochleistungsrechner, mit dem die
Goethe-Universität Frankfurt ihre
Rechnerkapazitäten zur Nutzung einer Vielzahl von
Disziplinen ausbauen kann. Der Rechner hat eine
theoretische Spitzenleistung 599 Teraflops in
doppelter Genauigkeit – was 599 Billionen
Rechenoperationen pro Sekunde entspricht. Im
Vergleich zu den 500 schnellsten Rechnern der
Welt (www.top500.org) würde die
Spitzenrechenleistung des „LOEWE-CSC“ heute zu
den 15 schnellsten Rechnern der Welt gehören. Der
Aufbau des Hessischen Hochleistungsrechners der
Goethe-Universität „LOEWE-CSC“ im Industriepark
Höchst hat bereits begonnen. Im Sommer dieses
Jahres soll er in Betrieb genommen werden, mit
einem Regelbetrieb wird ab Herbst gerechnet.
Infraserv Höchst
mit Sitz in Frankfurt am Main betreibt
anspruchsvolle technische Infrastrukturen für
Chemie, Pharma und verwandte Prozessindustrien
und ist Betreiber des Industrieparks Höchst.
Infraserv Höchst versorgt Unternehmen mit
Energien und Medien, übernimmt
Entsorgungsleistungen und stellt Flächen sowie
Infrastrukturen zur Verfügung. Von Umwelt-,
Schutz- und Sicherheitsleistungen über Angebote
aus dem Gesundheitsbereich bis hin zu
Kommunikations- und IT-Services reicht das
Leistungsspektrum. Als hundertprozentige
Tochtergesellschaften gehören Infraserv
Logistics, Provadis Partner für Bildung und
Beratung und der Technikumsdienstleister
Technion zur Infraserv-Höchst-Gruppe.
Die Infraserv
GmbH & Co. Höchst KG beschäftigt rund 1.900
Mitarbeiter und 140 Auszubildende. Zur
Infraserv-Höchst-Gruppe gehören rund 2.700
Mitarbeiter und 171 Auszubildende. Im Jahr 2009
erzielte Infraserv Höchst inklusive der
Tochtergesellschaften einen Umsatz von rund 1,15
Milliarden Euro.
Der Industriepark
Höchst ist Standort für rund 90 Unternehmen aus
den Bereichen Pharma, Biotechnologie, Basis- und
Spezialitäten-Chemie, Pflanzenschutz,
Lebensmittelzusatzstoffe und Dienstleistungen.
Rund 22.000 Menschen arbeiten im Industriepark.
Das Gelände ist 460 Hektar groß; davon sind noch
50 Hektar frei für Ansiedlungen. Die Unternehmen
im Industriepark investierten im Jahr 2009
insgesamt rund 644 Millionen Euro am Standort.
Die Summe der Investitionen beträgt seit dem Jahr
2000 etwa 4,3 Milliarden Euro.